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IP-Schutzarten bei Lampen

Was brauchst du im Bad und im Freien?

Die kurze Antwort: Für die meisten Stellen im Badezimmer genügt IP44 – also Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Im Außenbereich reicht IP44 an überdachten Stellen; steht die Leuchte ungeschützt im Regen oder bodennah im Garten, solltest du zu IP65 greifen.

Was die beiden Ziffern bedeuten

IP steht für „International Protection“. Die zwei Ziffern dahinter beschreiben zwei verschiedene Dinge:

  • Die erste Ziffer gibt den Schutz gegen feste Fremdkörper an – von Fingern über Werkzeuge bis zu Staub.
  • Die zweite Ziffer gibt den Schutz gegen Wasser an. Sie ist bei Lampen meist die entscheidende.

Ein IP44-Gehäuse ist also gegen feste Körper ab einem Millimeter geschützt (erste Ziffer 4) und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen (zweite Ziffer 4). Bei IP65 ist das Gehäuse staubdicht (6) und hält sogar einem Wasserstrahl stand (5).

Steht statt einer Ziffer ein X, wurde dieser Punkt nicht geprüft. IPX4 sagt also nur etwas über den Wasserschutz aus – für die Anforderungen im Bad ist genau das der relevante Wert.

Die Wasserschutz-Stufen im Überblick

  • IPx0 – kein Schutz. Nur für trockene Innenräume.
  • IPx1 bis IPx3 – Schutz gegen Tropf- und Sprühwasser. Für Lampen selten relevant.
  • IPx4 – Spritzwasser aus allen Richtungen. Der Standard für Bad und überdachte Außenbereiche.
  • IPx5 – Strahlwasser. Für ungeschützte Außenmontage und bodennahe Positionen.
  • IPx6 – starkes Strahlwasser. Für stark beanspruchte Bereiche.
  • IPx7 – zeitweiliges Untertauchen. Vorgeschrieben innerhalb von Wanne und Dusche.
  • IPx8 – dauerhaftes Untertauchen, etwa für Teichbeleuchtung.

Die Schutzbereiche im Badezimmer

Im Bad gilt nicht überall dieselbe Anforderung. Die Installationsnorm teilt den Raum in Bereiche ein, die sich nach dem Abstand zu Wanne und Dusche richten:

  • Bereich 0 – das Innere von Badewanne und Duschtasse. Hier ist IPx7 vorgeschrieben, und es darf ausschließlich Schutzkleinspannung verwendet werden.
  • Bereich 1 – der Raum direkt über Wanne und Dusche bis zu einer Höhe von 2,25 Metern. Erforderlich ist mindestens IPx4.
  • Bereich 2 – ein Streifen von 60 Zentimetern rund um Bereich 1, ebenfalls bis 2,25 Meter Höhe. Auch hier gilt mindestens IPx4.

Außerhalb dieser Bereiche schreibt die Norm für Leuchten keine besondere Schutzart vor. Weil in einem Bad aber grundsätzlich Feuchtigkeit in der Luft liegt, ist IP44 auch dort die vernünftigere Wahl – etwa für eine Deckenleuchte über der Tür oder eine Wandleuchte neben dem Spiegel.

Zur Einordnung: Ältere Ratgeber nennen häufig noch einen „Bereich 3“. Der wurde bei einer Überarbeitung der Norm gestrichen und taucht in aktuellen Fassungen nicht mehr auf.

Passende Leuchten fürs Bad

Für Decke und Wand außerhalb der Dusche eignen sich unsere IP44-Modelle, etwa die Slochi Deckenleuchte mit 24 Watt oder das flache 3er-Set, wenn du mehrere Räume gleichzeitig ausstattest. Eine Übersicht findest du unter Deckenlampen.

Welche Schutzart brauchst du im Außenbereich?

Draußen entscheidet weniger der Raum als die Position:

  • Überdacht – Hauseingang mit Vordach, überdachter Balkon, Carport: IP44 genügt in aller Regel.
  • Ungeschützt an der Wand – Regen trifft die Leuchte direkt: IP54 als Minimum, besser IP65.
  • Bodennah im Garten – Spritzwasser vom Boden, aufgewirbelte Erde, Laub: IP65.
  • Im Wasser – Teich- oder Poolbeleuchtung: IP68.

Ein häufiger Irrtum: Eine höhere Schutzart bedeutet nicht automatisch, dass die Leuchte auch besser gegen Kälte, UV-Strahlung oder Korrosion geschützt ist. Für den Dauereinsatz im Freien lohnt deshalb ein Blick auf das Gehäusematerial – Aluminium hält deutlich länger formstabil als Kunststoff.

Passende Leuchten für draußen

Unter Außen-Wandlampen findest du überwiegend IP65-Modelle, etwa die Klighten Außenlampe mit Bewegungsmelder oder die K-Bright Wandleuchte im Viererpack. Für bodennahe Positionen im Beet eignen sich Gartenstrahler wie die Philips Hue Lily mit IP65. Soll die Leuchte nachts von selbst angehen, schau bei den Außenlampen mit Bewegungsmelder vorbei.

Und drinnen? IP20 reicht meistens

In trockenen Wohnräumen brauchst du keine besondere Schutzart. Tisch-, Steh- und Deckenleuchten für Wohn- und Schlafzimmer haben üblicherweise IP20 – geschützt gegen Berührung mit den Fingern, aber nicht gegen Wasser. Die Artemide Tolomeo aus unseren Tischlampen ist ein typisches Beispiel.

Wichtig ist nur: Eine IP20-Leuchte gehört weder ins Bad in Wannennähe noch nach draußen – auch nicht „nur für den Sommer“ auf die Terrasse.

Kurzübersicht: Welche Schutzart wofür?

  • Wohn- und Schlafzimmer, Flur – IP20 genügt
  • Badezimmer außerhalb von Wanne und Dusche – IP44
  • Über Wanne und Dusche (Bereich 1 und 2) – mindestens IPx4
  • In Wanne und Dusche (Bereich 0) – IPx7 und Schutzkleinspannung
  • Überdachter Hauseingang, Carport – IP44
  • Ungeschützte Hauswand, Terrasse – IP54, besser IP65
  • Garten, bodennah – IP65
  • Teich und Pool – IP68

Wenn du unsicher bist

Dieser Artikel gibt dir eine Orientierung für die Auswahl der passenden Leuchte. Die Schutzbereiche im Bad sind allerdings in der Installationsnorm DIN VDE 0100-701 verbindlich geregelt, und ob eine Leuchte an einer bestimmten Stelle montiert werden darf, hängt auch von der vorhandenen Installation ab. Im Zweifel – und bei allen Arbeiten an der Elektrik – ist eine Elektrofachkraft die richtige Adresse.

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